Haltung

So leben unsere Ponys

Artgerechte Haltung ist es, wenn möglichst viele Bedürfnisse der Pferde und Ponys in ihrem täglichen Leben befriedigt werden:

Sonnenlicht und saubere Luft, ausreichend Bewegung, Sozialkontakte und natürlich Futter und Wasser.

Gesunde Offenstallhaltung

Im Offenstall können sich die Pferde und Ponys aussuchen, ob sie in der Sonne stehen möchten (an kalten Wintertagen ein Genuss!), oder ob sie sich in den Schatten zurückziehen. Sie haben unbegrenzt frische Luft –  Stallmief sucht man bei uns vergebens. Um auf unserer eher kleinen Fläche genügend Bewegung zu verschaffen, haben wir die Futterplätze verteilt. So wandern die Ponys von den Heusäcken ganz links über den Zirkel zu den Heusäcken am anderen Ende. Zwischendurch besuchen sie die Wasserstelle oder kraulen Fell mit einem Kumpel. Jeder Lebensbereich liegt für sich, und so bleiben die Tiere stets in Bewegung.

Artgerechte Gruppenhaltung

Unsere Ponys leben gemeinsam in ihrem Offenstall. Das ermöglicht Sozialkontakte mit befreundeten Pferden, z.B. durch Fellknabbern oder spielen. Gleichzeitig gibt es auch Rückzugsmöglichkeiten, wenn ein Pony lieber alleine stehen möchte. So geht es unseren Lehrpferden gut und sie sind ausgeglichen und entspannt.

Heu satt – aber nicht zu viel

Die Heusäcke sind pendelnd aufgehängt, so dass die Ponys recht lange daran zupfen müssen, um satt zuwerden. Das klingt vielleicht ein bisschen gemein (schon mal eine Suppe mit Gabel gegessen?), entspricht aber weitestgehend den natürlichen Gegebenheiten: Pferde haben einen kleinen Magen, sie fressen in der Natur täglich 16 Stunden kleine Mengen. Diesem natürlichen Rhythmus nähern wir uns mit der Fütterung über die engmaschigen Heunetze an, so dass unsere Pferde gesund bleiben!

 

Trail und Weiden

Direkt am Auslauf des Offenstalls angeschlossen beginnt ein Rundlauf: unser Trail. Sobald der Boden trocken genug ist, wird dieser rund um die Uhr geöffnet. Und sofort sieht man, wie einige Ponys das Angebot nutzen und den Rundweg mehrere Male runter und hoch preschen. Später verteilen sie sich auf der Strecke, suchen nach übrig gebliebenen Grashalmen, wälzen sich genüsslich und wandern mehrere Kilometer am Tag, wie es die Natur vorgesehen hat.

Vom Trail aus gibt es Zugangsmöglichkeiten zu mehreren Weiden. Diese werden abwechselnd und stundenweise geöffnet, so dass zum einen die Ponys nicht zu viel Gras fressen und zum anderen keine Weide überweidet wird.

Zusatzfutter

Je nach Futterzustand, Alter, Rasse und geforderter Leistung benötigen manche Ponys zusätzliches Kraftfutter. Dies ist individuell zusammengestellt und wird morgens (und manchmal auch noch abends) verfüttert.

Mineral- und Salzlecksteine stehen allen Ponys frei zur Verfügung. Hat sein Körper Bedarf, kann das Pony sich selbstständig daran bedienen.

Die Esel im 4*-Hotel

Unsere beiden Zwergesel haben zum Teil die gleichen Ansprüche an die Haltung wie die Ponys. Zum Teil benötigen sie aber auch andere Bedingungen. Deshalb bewohnen die beiden einen großräumigen Pferdehänger mit angeschlossenem Auslauf. Dort können wir sie gezielt und wohl dosiert füttern, damit sie nicht zu dick werden. Außerdem haben sie immer die Möglichkeit sich bei Nässe unterzustellen. Regelmäßig dürfen sie mit den Ponys zusammen auf dem Auslauf herumlaufen und natürlich auch den Trail und (wie gesagt wohl dosiert) die Weide nutzen.

 

Pflege und Einsatz

Rund um die Pflege unserer Ponys

Wir gehen davon aus, dass sich die Zeit unserer Ponys in vier grobe Bereiche teilen lässt:

  1. Die Ponys und Pferde erledigen ihre Arbeit. Das heißt, sie tragen große und kleine Menschen behutsam durch die Reitbahn, gehen brav an der Longe oder stehen konzentriert still mit einem Therapiekind.
  2. Sie erhalten Schulung von fortgeschrittenen Reitern, wo sie gymnastiziert und weiter ausgebildet werden.
  3. Sie werden freizeitmäßig bewegt: Spaß haben bei flotten Ausritten, neue Eindrücke gewinnen bei Zirkuslektionen, sich auspowern bei Mounted Games…
  4. Sie leben artgerecht in der Herde und werden vom Menschen in Ruhe

Gezielter Einsatz

Unsere Ponys werden nach einem durchdachten Ponyverteilungsplan in der Woche bewegt und genutzt. Im Schnitt geht dabei jedes Pferd 7 Mal, unsere Super-Lehrponys bis zu 12 Mal in der Woche. Dabei achten wir darauf, dass genügend Abwechslung besteht: Unterricht mit schwächeren und besseren Reitern, Springen, Ausritte usw. So bleiben die Ponys motiviert und haben Freude am Reiten.

Korrekturberitt

Fest eingeplant sind auch Berittstunden für jedes Pony. Dies übernehmen unsere Reitlehrer oder andere sehr gute Reiter. Hierbei werden Angewohnheiten wieder abtrainiert, die sich die Ponys beim Gerittenwerden von schwächeren Reitern vielleicht angeeignet haben (z.B. die Ecken abzukürzen oder nicht prompt anzugaloppieren). Gleichzeitig werden die Ponys natürlich auch weiter ausgebildet und gymnastiziert.

Saubere Wohnung

Täglich werden der Offenstall und der Auslauf gründlich abgemistet. Der Trail und die Weiden werden alle paar Tage von Pferdemist gesäubert, so dass sich keine Würmer entwicklen und verbreiten können. Oft packen auch Reitschüler hier mit an, was wir besonders gerne sehen. So lernen sie gleich, dass auch diese Arbeit zur Pferdehaltung und zum Reiten mit dazu gehört.

Besuch vom Tierarzt und Pferde-Zahnarzt.

Regelmäßig werden unsere Pferde geimpft und bei Bedarf entwurmt. Einmal jährlich kontrolliert und behandelt eine Pferde-Zahnärztin alle Ponys. Bei Verletzungen oder akuten Erkrankungen kommt natürlich auch sofort der Tierarzt auf den Ponyhof. Denn nur, wenn es den Ponys rundherum gut geht, kann man sie guten Gewissens reiten.

Chiropraktik

In Abständen kommt eine erfahrene Chiropraktikerin auf den Ponyhof und behandelt einige Ponys. Sobald wir erkennen, dass einzelne Ponys z.B. den Schweif schief halten, Schwierigkeiten mit dem Galopp auf einer Seite haben oder plötzlich und unerklärlich unrund oder unzufrieden laufen, bekommen diese Ponys eine chiropraktische Behandlung. Blockaden werden dabei gelöst und die Ponys können wieder locker im Reitunterricht mitmachen.

Hufschmied

Alle 6 bis 8 Wochen werden die Hufe vom Hufschmied ausgeschnitten und geraspelt. Die Ponys mit Eisen bekommen neue Eisen, so dass sie wieder problemlos auf unseren leider recht steinigen Wegen ausreiten gehen können. Wir sind sehr froh einen angenehmen Schmied zu haben, der freundlich mit den Ponys umgeht.

Sattler

Sättel müssen passen, sonst kann das Pferd nicht ungehindert laufen und hat vielleicht sogar Schmerzen. Da sich der Rücken eines Pferdes aber auch immer wieder verändert (durch Alter, zu- oder abnehmende Muskulatur, Futterzustand), muss der Sattel kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden. Neue Ponys brauchen auch passende Sättel und so hat der Ponyhof gar nicht so selten Besuch vom Sattler.